Wir über uns

Wir über uns

Die St. Victor Bruderschaft Xanten e.V. nennt als Gründungsjahr 1393. Schon im Jahr 1400 wird die Bruderschaft in den Rentenverzeichnissen der Stadt erwähnt. Zu dieser Zeit nannte sich die Bruderschaft noch zum „Heiligen Andreas“. Verbrieft ist, dass sich die Bruderschaft im Jahre 1484 eine neue Ordnung gab und sich nun „Sankt Victor Bruderschaft“ nannte. Xanten hatte zu dieser Zeit neben dem Dom noch eine Stadtkirche, die „Andreas-Kirche“ .

 

In dieser wurde die Festmesse zum Schützenfest gefeiert. Dabei wurde von der „Grossen Kirche“, wie man den Dom nannte, mit den großen Glocken geläutet. So steht es 1689 im Protokollbuch. Diese Stadtkirche wurde 1820 abgebrochen und alle kirchlichen Anlässe in den Dom verlegt.

Aus dieser Zeit der Namensänderung 1484 stammt auch das Mittelstück des Königssilbers. Es zeigt den Heiligen Viktor mit Schild und Fahne.

Im Jahre 1703 zählte die Bruderschaft 91 Männer, alle mit Flinte und 30 Mann zusätzlich mit Degen ausgerüstet.

Das Schützenfestprogramm damals (Beginn des 18. Jahrhunderts):
Man versammelte sich in einem Wirtshaus und begann mit „Niessung einiger Morgendrinks“. Dann zog man mit dem gesamten Vorstand, mit Trommeln und fliegenden Fahnen zur Festmesse. Danach begab man sich in guter Ordnung zurück, um am Nachmittag zum Königsschießen, mit Rohr (Gewehr), Degen und in Mänteln anzutreten.

Jeder hatte für 3 Schuss Kraut und Lot (Pulver und Blei) mitzubringen. Wer am besten ins „Witte“ getroffen hatte, war neuer König. Ihm wurde die Silberkette umgehängt und er bekam einen neuen Hut. Die Feierlichkeiten dauerten drei Tage. Nach damaligem Protokoll nannte man diese Tage „Zehrtage“. Zehrtage könnten böse Zungen auch noch heutzutage unser Schützenfest nennen. Wir beginnen Freitags mit Festmesse, Biwak und Großem Zapfenstreich. Am Samstag Nachmittag ermitteln wir mit der Armbrust unsere Preisschützen und unseren neuen König oder unsere neue Königin. Sonntags veranstalten wir ein Kinderschützenfest und am darauf folgenden Samstag findet die Parade auf dem Markt und anschließend der Krönungsball im Schützenhaus statt. Und als krönenden Abschluss treffen wir uns am Sonntag zur Manöverkritik und gemütlichem Ausklang. So sind aus drei Tagen Fünf geworden und dann hat das Wort Zehrtage wahrscheinlich eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Eine besondere Gruppe in unserer Bruderschaft sind die Billekerls mit dem kleinen Victor.

Eine Tradition die bis ins Mittelalter und vielleicht darüber hinaus zurück reicht. Die drei Billekerls tragen lange braune Mäntel, darüber Lederkoller (Lederschürzen) und Helme mit Halskrause. In den Händen tragen sie große Beile. Daher der Name Billekerls.

Diese traditionelle Ausstattung, so der Xantener Historiker Dr. Engelskirchen, weist auf römische Vorbilder hin. Auf die Liktoren. Sie waren Amtsdiener und trugen ihrem Herrn Rutenbündel und Beile voran, Zeichen der Macht über Leben und Tod. Warum diese altrömische Institution mit der Legende des Heiligen Victor verknüpft wurde bleibt ungeklärt.
Es scheint ein Siegeszeichen des christlichen Märtyrers über die alte Welt zu sein.

Die St. Victor Bruderschaft hat heute, im Jahre 2008, 280 Mitglieder, davon 70 Aktive im Bundesspielmannszug. Dazu kommen rund 95 Aktive bei den Sportschützen St.Viktor.

Mehrere Schießabteilungen (Luftgewehr, KK und Pistole) sind auf dem eigenen neuen Schießstand auf dem Fürstenberg tätig. Dieser moderne Schießstand wurde im Jahre 2000 in Eigenleistung der drei Schießsportvereine St. Helena, St. Viktor und KKS fertig gestellt. Auf diesem Schießstand wurde auch das Bundeskönigsschießen 2003 ausgetragen.

Wir sind eine traditionelle Bruderschaft aus dem 14. Jahrhundert für die unser Leitmotiv für Glaube – Sitte – Heimat wichtig ist. Unsere vielfältigen Aktivitäten zeigen jedoch, dass traditionell und modern kein Widerspruch ist.